Zum Hauptinhalt springen

(das Bild ist nicht ganz ernst gemeint……)

Das alte Kräuterwissen der Frauen


Vor allem seit dem Mittelalter ist bekannt, dass Kräuterfrauen besonders in ländlichen Gegenden gefragt waren, wo keine Ärzte ansässig und ohnehin zu teuer für die unteren Gesellschaftsschichten waren. Die Apotheker ließen von Kräuterfrauen die für Arzneimittel benötigten Kräuter sammeln, doch stellten diese auch eine Konkurrenz für die Apotheken dar, weil sie ihre Kräuter und selbsthergestellten Arzneien selber verkaufte. Mythen und Märchen, die sich um die mittelalterlichen Hexen ranken, entsprangen häufig dem Gebrauch psychotroper Pilze.

Schon im Mittelalter kochten Kräuterfrauen Weidenrinde auf und verabreichten den Acetylsalicylsäure-haltigen Weidensaft als schmerzstillendes Mittel. In den Hexenprozessen waren neben Hebammen auffallend viele Kräuterfrauen unter den Opfern. Katharina Kepler soll eine Kräuterfrau gewesen sein und im Jahre 1615 wegen Hexerei eingekerkert. Matilda Joslyn Gage (1826–1898) war eine der Ersten, die in den Hexen weise Kräuterfrauen und Heilerinnen sah, die gegen den Willen der Kirche den Schwangeren zu einer Schmerzlinderung bei der Geburt verhelfen konnten.

Der britische Arzt William Withering veröffentlichte 1785 eine Studie über Digitalis purpurea, nachdem er von der Droge des Purpurnen Fingerhutes aus den Aufzeichnungen einer alten Kräuterfrau erfahren hatte, die Wassersüchtige damit behandelte.

Alexander Tschirch berichtete 1909 über die „Drogensammler“ (die sich Kräutersammler, Wurzelgräber und Botaniker nannten), dass es zu Verwechslungen kommen konnte, beispielsweise wurde das Rhizom von Aspidium spinulosum statt des Aspidium filix gesammelt.

Karl Friedrich Mohr (1806–1879) wird folgende Aussage zugesprochen „Eine Kräuterfrau gilt dem Apotheker mehr als ein gelehrter Professor!“