Einerseits waren Bader die „Ärzte der kleinen Leute“, die sich keinen Rat bei den studierten Ärzten leisten konnten. Andererseits waren sie aber bis ins 18. Jahrhundert wichtige Gehilfen der akademisch gebildeten Ärzteschaft, weil diese die Behandlung von Verletzungen und offenen Wunden sowie chirurgische Eingriffe scheuten. Man schröpfte oder ließ zur Ader, auch wurde schon mal der Star gestochen. Man kannte antibiotisch wirkende Tinkturen, auch kleinere Eingriffe konnte der Bader vollbringen.
Ihr Beruf umfasste das Badewesen, Körperpflege, Kosmetik und Teilgebiete der sich erst entwickelnden Chirurgie, Zahnmedizin und Augenheilkunde. Neben dem Bader arbeitete im Badehaus oft ein Scherer oder Barbier, der für das Haareschneiden und Bartscheren zuständig war.
Die verschiedenen Berufe, wie Masseur, Kosmetikerin oder Zahnarzt entwickelten sich erst viel später. Auch die ärztlichen Berufe, wie Chirurg, kamen erst später.
Im nahen Osten, vor allem im heutigen Iran oder Irak war die Medizin viel weiter entwickelt. Dort gab es sogar Universitäten (Isfahan im Iran). Diese waren aber für Christen nicht zugänglich, nur für Moslems und Juden.
Sehr gut recherchiert ist dieses im Roman „Der Medicus“ von Noah Gordon.