Der Magen spielt in der Osteopathie eine im wahrsten Sinne des Wortes zentrale Rolle. Der Magen liegt nicht nur in der Körpermitte, er verbindet auch die oberen Organe mit den weiter unten liegenden: er hat Kontakt zu Speise- und Luftröhre, Brustwirbelsäule, Aorta, rechter Lungenflügel, Vagusnerv, Leber, Zwerchfell. Da es sich um ein Hohlorgan handelt kann er sich gefüllt ausdehnen und wieder zusammenziehen. Er ist "aufgehangen" an der Speiseröhre und dem Zwerchfell und geht direkt über in den Zwölffingerdarm.
Er hat Bandverbindungen zur Milz, zum Darm, und er ist "aufgehangen" im großen und kleinen Netz, das ihn umgibt. Man kann den Magen hier mit einer Spinne vergleichen, die in einem Netz hängt. Er bewegt sich über seine Aufhängungen in Längsrichtung und auch über eine Achse, die durch die Mitte des Magens führt. Diese Aufhängungen erinnern an eine Waschtrommel.
Nerval ist der Magen versorgt über das vegetative Nervensystem, das parallel zur Brustwirbelsäule verläuft. Daher ist bei Magenproblemen oft auch die Brustwirbelsäule blockiert.
In der Osteopathie geht es - wie immer - um Mobilisation und auch Entstauung der Umgebung, der den Magen umgebenden Gefässe und auch eventuell um Korrektur der Position. Zum Beispiel wenn der Magen durch Bindegewebsschwäche etwas verlagert ist.
Sodbrennen, Luftaufstossen, Übelkeit, die regelmässig vorkommt muss unbedingt abgeklärt werden. Es gibt wunderbare naturheilkundliche Mittel, mit denen man den Magen gut unterstützen kann.
Die Produktion von Magensäure wird unter anderem vom vegetativen Nervensystem gesteuert, das wiederum auf unsere Emotionen reagiert - sehr interessanter Zusammenhang! Wenn man sich öfter "aufregt", wird mehr Magensäure produziert ohne dass Speise in den Magen gelangt. Diese kann dann die Magenschleimhaut angreifen und dazu führen, daß ein sogenannter Magenulcus (Magengeschwür im Volksmund) entsteht. Diese muss unbedingt behandelt werden, da bei einem Magendurchbruch Lebensgefahr besteht.
Das ist nur ein kleiner Einblick. Ich mache stets beim Erstkontakt mit meinen Patienten eine ausfühliche Anamnese, damit ich eine Idee bekomme, wo die Probleme herkommen könnten.
Ernährung spielt hier eine wichtige Rolle, und auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr.