In der Schulmedizin ist bekannt, daß Nierenprobleme sich im Muskel- und Skelettsystem wiederspiegeln können. Beschwerden in der Lendenwirbelsäule, in den Leisten oder Knien, ebenso Blutdruckprobleme sind Hinweise, daß man sich die Nieren anschauen sollte.
Für den Osteopathen ist der erste Hinweis, die Niere näher zu betrachten, eine Funktionseinschränkung der unteren Brustwirbel (10. bis 12.) bei der ersten Untersuchung. Ich schaue mir immer das Gesicht näher an, vor allem Schwellungen der Unterlider können einen Hinweis geben.
Alle Organe bewegen sich im Körper, immer. Die Nieren ganz besonders. Sie sind in ihrer Bewegung an das Zwerchfell gekoppelt, und gleiten bei der Einatmung nach unten, bei der Ausatmung steigen sie wieder auf. Auf diese Weise legen beide Nieren täglich eine Strecke von 500-600 m zurück.
Bei Verlust dieser Mobilität können die Nieren Harnleiter und Darm in ihrer Funktion beeinträchtigen. Absteigende Nerven zu Becken und Bein können durch fasziale Zusammenhänge irritiert werden, Knieschmerzen auf der Innenseite des Knies können ebenso betroffen sein.
Eng mit den Nieren verbunden sind die Nebennieren. Über deren Funktion schreibe ich in einem extra Beitrag.
Ich als Osteopathin behandle die Nieren, indem ich über die Atmung und das Zwerchfell die Bewegung der Niere fördere, Nerven und Durchblutung durch Mobilisation der Nachbarorgane (Faszien und Wirbel) fördere und alle Strukturen der Nachbarorgane von Verklebungen und Narbengewebe befreie, was dazu führt, daß die Nieren wieder beweglicher werden.
Ich weise in diesem Zusammenhang gerne darauf hin, daß ausreichendes Trinken für die Nieren unerlässlich ist. Ich spreche von klarem Wasser ohne Zusätze, auch keine Kohlensäure. Man benötigt täglich 30 ml pro kg Körpergewicht. In den Nieren können sich Schadstoffe und Kristalle ablagern. Das Blutvolumen sinkt, der Blutdruck sinkt ab und es kann zu Blutgerinseln, Herzrasen, Schwindelanfällen, Verwirrtheit bis hin zu Ohnmacht kommen. Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und ein trockener Mund sind Hinweise auf Flüssigkeitsverlust. Viele - vor allem ältere Menschen - entwickeln keinen Durst mehr, hier muss auf jeden Fall mit Disziplin und regelmässigem Erinnern, z.B. Wecker auf dem Handy stellen, für häufigeres Trinken gesorgt werden.