Weshalb fällt eine Kiefergelenkstörung vor allem bei Kindern und Jugendlichen häufig nicht auf?
Sie hat viele Facetten und die Vielschichtigkeit der Symptome erschwert häufig die Diagnose. Besonders Kinder und Jugendliche, die Anzeichen einer Kieferdysfunktion zeigen, rutschen oft durchs Raster. Rücken- oder Knieschmerzen werden mit dem Wachstum in Verbindung gebracht und Migräne tritt vor allem bei Mädchen in der Pubertät ohnehin häufiger auf. Anstatt einen Zusammenhang zum Kiefer zu suchen, werden die Symptome daher oft einseitig behandelt.
Ein weiterer Grund ist, dass sich im Kinder- und Jugendalter der gesamte Organismus noch besser an Störfaktoren anpassen kann. Das bedeutet, dass bei den jüngsten Patienten die klassischen Beschwerden wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Ohrgeräusche schlicht nicht auftreten. Falls doch, können vor allem Kinder ihr Leid oft nicht richtig benennen. Erst im späteren Teenager-Alter äußern sich die Symptome. Häufig bringt Stress, körperliche Anspannung oder ein veränderter Biss die Beschwerden zum Vorschein.
Insbesondere möchte ich erwähnen, daß Zahnspangen Auslöser für Störungen sind. Immer! Ich rate Eltern dazu, die Phase während der kieferorthopädischen Behandlung osteopathisch begleiten zu lassen. Eine Behandlung einmal monatlich hilft dabei, auch langfristig und später auftretende Störungen zu vermeiden.