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Die Frau als Heilerin im Wandel der Geschichte


Im Altertum bis ins tiefe Mittelalter waren Frauen damit betraut zu heilen, und hoch angesehen in der Gesellschaft, in der sie lebten. Sie haben Kinder auf die Welt gebracht, kannten sich hervorragend in der Kräuterheilkunde aus und waren dafür zuständig, auch Kriegern, die von der Schlacht heimkehrten, ihre Wunden zu heilen.

Das änderte sich schlagartig mit dem Beginn der Hexenverfolgung im 15. Jahrhundert. Plötzlich sahen sich diese sehr wissenden Frauen verfolgt und vom Tod bedroht. Dieser Wahnsinn hielt an bis ins 18. Jahrhundert. Viel Wissen ist leider seitdem verlorengegangen, da diese Heilerinnen ihr Wissen mündlich an ihre Nachfolgerinnen weitergaben. Dieses gründete hauptsächlich auf Erfahrungswerten. Die Bandbreite ihrer Kunst war groß, von Verhütung über Blutstillung bis zur Drehung des Kindes im Mutterleib vor der Geburt. Auch Abtreibungen wurden von den Hebammen durchgeführt.

Leider ist der Hebammenberuf heute wieder sehr eingeschränkt worden. Abitur ist Voraussetzung, und vor Kurzem wurde eingeführt, daß man für den Hebammenberuf studieren muss. Das grenzt den Kreis der Frauen leider sehr ein. Es gäbe bestimmt auch hervorragende Hebammen, die „nur“ mittlere Reife haben. Diese Entwicklung hat zur Folge, daß es immer weniger niedergelassene Hebammen gibt, die sowohl die Vorsorge als auch die Nachsorge nach einer Geburt über längere Zeit begleiten.