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Ein interessanter Zusammenhang: Halswirbelsäule, Kehlkopf, Schultern und Kopf


Fast jeder hat „Nacken“. Damit ist gemeint, zumindest eine starke Bewegungseinschränkung in alle Richtungen bis hin zu starkem Knacken oder Schwindelproblemen, die nicht „weggehen“. Ich muss sagen, diese Symptome sind, so häufig es sie gibt, immer die Folge von…..:

Wenn jetzt der Patient nicht grade regelmässig Kopfstand macht oder Rugby spielt (für solche Infos ist eine ausführliche Anamnese wichtig!), ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese Probleme ursächlich sind, gegen null. Die Osteopathie sieht ja immer Zusammenhänge, so zuallererst in verspannten Muskelketten. Muskeln ziehen von Schulterblatt und Schulter bis über das Ohr und setzen dort an. Zieht man ständig die Schultern hoch im Alltag, so kann darauf eine muskuläre Problematik entstehen, die man durch die osteopathische Behandlung zuallererst und in Folge mit Beweglichkeitsübungen beseitigen kann. Zu diesem Phänomen gehören auch die Muskeln des Kehlkopfes und der Zungengrund. Diese sind in der Regel immer mit verspannt.

Meine langjährige Erfahrung (22 Jahre) zeigt, daß eine Behandlung der Halswirbelsäule ohne Behandlung des Kopfes unvollständig ist. Sehr, sehr wichtig dabei ist, die einzelnen Schädelanteile oder Schädelknochen und vor allem das Kiefergelenk aus seinen Blockierungen zu holen. So besteht auch die Möglichkeit, daß Nackenverspannungen von verspannten Kaumuskeln herrühren, oder davon, daß beide Kiefergelenke nicht mehr optimal im Zusammenspiel sind. Äußern kann sich dieses in Kieferknacken zum Beispiel, oder wenn der Mundschluss oder die Mundöffnung nicht grade vollzogen werden können. Oder auch, wenn die Mundöffnung eingeschränkt ist. Auch Zahnkorrekturen spielen hierbei natürlich eine große Rolle.

Ein weiterer Aspekt sind die Schultern, eigentlich der gesamte Schultergürtel. Nicht nur muskulär sind die Schultern mit der Halswirbelsäule verbunden, auch knöchern. Vor allem über das Schlüsselbein, das Brustbein und die erste Rippe – die über dem Schlüsselbein liegt – gibt es Verbindungen. Ich erlebe im Alltag fast nie, daß Probleme mit der Halswirbelsäule ohne Schulterprobleme einhergehen.

Was ich sehr beachte, ist die Vorderseite: Brustbein, Rippen, Schlüsselbein und die Vorderseite der Schultern erfahren – dank unserer einseitigen Haltung im Alltag – sehr starke Verkürzungen. Warum? Weil wir an diesen Stellen nie dehnen! Die gesamte Vorderseite des Thorax sollte genauso regelmässig gedehnt werden, wie alle anderen Muskeln auch. Tun wir dies nie, folgt ein Rundrücken und zu weit vorne liegende Schultern. Was langfristig dazu führt, daß durch diese krumme Haltung eine starke Belastung der Lendenwirbelsäule und des Beckens folgt….Ein wunderbares Beispiel ganzheitlicher Medizin! Bei immer mehr jungen Leuten ist dies zu beobachten im Alltag: beim Runterschauen auf das Handy!